79.1.3 fbs

Wenn ein Chirurg die beiden Enden eines gebrochenen Beins zusammennagelt, so repariert er damit nicht das kaputte Bein, denn der Nagel hält – anders als bei zusammengenagelten Brettern – nicht die so verbundenen Enden dauerhaft zusammen. Was er aber beweirkt, ist, dass die beiden Knochenstücke, die nun rein räumlich zusammengefügt sind, zusammenwachsen können (=ihre eigenen Aktivitäten sorgen für die Heilung des Knochens). Ihre Selbstheilungsfähigkeiten sind aber daran gebunden, dass die Knochen nahe genug beieinander sind. Wären sie zu weit auseinander lokalisiert, dann würde das spontane Wachstum der Knochen an den beiden Bruchstellen zur Bildung eines Pseudo-Gelenks führen, ohne dass die Knochen zu einer neuen Einheit zusammengefügt würden. Der Chirurg hat also durch seine Operation Bedingungen für den Körper geschaffen, sich selbst zu heilen, d.h. nicht er hat geheilt, aber ohne seine Intervention wäre es zu keiner Heilung gekommen.

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