80.1 fbs

Den Begriff der Exkommunikation kennt man ja in erster Linie aus der katholischen Kirche, die einem ihrer Mitglieder durch den formalen Akt der Exkommunikation die Zugehörigkeit zur Gemeinschaft abspricht – und damit letztlich auch den Zugang zum ewigen Leben. Wenn – wie in unserem Zusammenhang – Kommunikation als der Prozess definiert ist, der aus isolierten Individuen soziale Systeme konstituiert, so ist der Ausschluss aus der Kommunikation – auch wenn er nicht formal erfolgt – gleichzusetzen mit dem Ausschluss aus der Gemeinschaft. Das kann rein räumlich geschehen, es kann aber auch durch Nicht-Kommunikation erfolgen (man bricht den Kontakt ab, redet nicht mehr miteinander, zieht die Botschaft aus der Hauptstadt eines Landes ab, das sich nicht so verhält, wie es den Erwartungen des Senderlandes entspricht usw.).

Es gibt aber eine zweite Weise der Exkommunikation, die dadurch entsteht, dass ein potenzieller Teilnehmer an der Kommunikation sich nicht-verstehbar verhält. Üblicherweise wird solch ein in seiner Sinnhaftigkeit nicht verstehbares Verhalten negativ bewertet (könnte aber in seiner Funktion für den Betreffenden auch positive (=abgrenzende) Funktionen haben…) und löst die Suche nach Erklärungen aus.

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