82.1.1.1 fbs

Diesen vagen, wenig konkreten Sprachstil kennt man von Politikern, wenn sie vermeiden wollen, festgelegt zu werden. Sie werden von einem Reporter gefragt, was sie denn zu der verheerenden Wahlniederlage zu sagen haben, und antworten dann, indem sie zunächst den Bürgern draußen im Lande für ihr Engagement danken, um dann – und das auch erst auf die drängende Nachfrage hin – irgendwelche Worthülsen abzusondern, die alles und nichts bedeuten können. Ähnlich vage Formulierungen findet man auch in großen Koalitionsverträgen, Resolutionen des UN-Sicherheitsrats und allen Vereinbarungen, die potenziell konfliktträchtig sind und bei denen es den Beteiligten darum geht, offene Konflikte zu vermeiden. Denn, wenn jeder die verwendeten Worte aufgrund ihrer Vagheit oder Vieldeutigkeit so deuten kann, wie es ihm passt, braucht sich keiner auf irgendwelche Handlungskonsequenzen festzulegen, über die es nur zum Streit kommen könnte. Also, um es auf eine Formel zu bringen: Überinklusiver Gebrauch von Worten kann sehr funktionell sein.

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