82.1.2.1 fbs

Ein schönes Beispiel eines unterinklusiven (d.h. zu wörtlichen, vom Kontext und durch ihn mitkommunizierten Inhalt abstrahierenden) Wortverständnisses ist im Film „Rainman“ zu sehen. Der Protagonist, dargestellt von Dustin Hoffmann, bleibt mitten auf der Straße stehen, als die Fußgängerampel von dem grün unterlegten Wort „Walk“ auf das rot unterlegte „Wait“ umschaltet. Er gehorcht der Anweisung, aber nicht so, wie es die Verkehrsplaner gemeint haben. Der durchschnittliche Ampelbenutzer kann davon ausgehen, dass mit dem „Wait“ implizit gesagt sein soll: „Warte, wenn du noch nicht auf der Straße bist, aber geh weiter, wenn du mitten auf der Straße bist“. Aber das ist implizit und erweitert die Bedeutung in einem Maße, die nicht mit dem unterinklusiven, konkretistischen Wortverständnis von Rainman übereinstimmt. Das wirkt für die anderen – vor allem die Autofahrer – dann ziemlich verrückt.

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