84.5.4 fbs

Die Identität des Individuums entwickelte sich in unterschiedlichen Epochen der gesellschaftlichen Entwicklung bzw. ihrer Differenzierungsformen höchst widersprüchlich. In der Stammesgesellschaft, aber auch in der stratifizierten ostasiatischen Gesellschaft war sie von der unverwechselbaren Position und dem Netzwerk der Beziehungen bestimmt, in die der Einzelne hineingeboren wurde. Marktmechanismen bestehen darin, Verwechselbarkeit (=Austauschbarkeit der Lieferanten von Funktionen) zu sichern. Das gilt dann auch für den Einzelnen, der bzw. dessen Leistung austauschbar, d.h. verwechselbar ist. Deswegen ist es nicht erstaunlich, dass viele Menschen versuchen sich – gewissermaßen als Gegenmittel – als einzigartig zu präsentieren.

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