84.8.3 fbs

„Fight Club“ (1999). Regie: David Fincher. Hauptdarsteller: Edward Norton, Brad Pitt, Helena Bonham Carter. DVD: Kinowelt:

Der Erzähler (Edward Norton) übt einen sinnfreien Job aus, wird aber offenbar ganz gut dafür bezahlt. Denn dieses öde Leben ermöglicht ihm seine Identität als Konsument zu kultivieren: Er fragt sich, während er den Ikea-Katalog durchblättert, welche Esszimmergarnitur wohl seine Persönlichkeit am besten definiert. Auf einem Flug sitzt Tyler (Brad Pitt) neben ihm. Als die Eigentumswohnung des Erzählers explodiert, nimmt Tyler ihn bei sich in einem abgewrackten Lagerhaus auf. Die Weltsicht, die der vertritt, stellt das Gegenbild zu der bisherigen Konsumenten- und Designerwelt dar.

„Fühl dich nie vollständig! Schluss mit der Perfektion!“

Tyler will geschlagen werden, so fest es geht. Er arbeitet u.a. als Guerilla-Kellner, d.h. er pinkelt in die Suppe, rotzt und furzt aufs Essen usw., und er will geschlagen werden, denn er „will nicht ohne Narben sterben“. Beide schlagen sich. Ab jetzt regelmäßig.

„Nach einem Kampf ist alles andere im Leben leiser gedreht. Man wird mit allem fertig.“

Eines Tages ist Tyler verschwunden. Der Erzähler macht sich auf die Suche nach ihm, fliegt allen Tickets nach, die er im Gepäck von Tyler findet, und vor jeder Bar hat er das Gefühl, schon mal da gewesen zu sein. Bei der Suche nach Tyler scheint er ihn immer um genau einen Schritt zu verfehlen.

„Schön, dass sie wieder da sind, Sir! Alles im Lot?“

„Kennen sie mich?“

„Ist das ein Test, Sir?“

„Nein“

„Sie waren letzten Donnerstag hier.“

„Donnerstag“

„Sie haben genau an der Stelle gestanden und nach den Sicherheitsmaßnahmen gefragt.“

„Was denken sie, wer ich bin?“

„Ist das wirklich kein Test?“

„Nein, das ist kein Test!“

„Sie sind Mister Durden!“

Dies ist die bestürzende Auflösung der Ich vs. Tyler-Unterscheidung, das Zusammenbrechen der Externalisierung, der Klarheit, der Eindeutigkeit, der sauberen Identität.

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