85.2

Literatur:

„Also ich möchte ja sagen, der Boden wird unbedingt fett bei Leichendüngung: Knochen, Fleisch, Nägel, Beinhäuser. Grauenhaft. Werden grün und rosa beim Verwesen. In feuchter Erde verfaulen sie schnell. Die mageren alten sind zäher. Dann eine Art Vertalgung, Art Verkäsung. Dann werden sie langsam schwarz, Sirup sickert aus ihnen raus. Dann trocknen sie ein. Totenkopfschwärmer. Natürlich leben die Zellen weiter, oder was sie sonst sind. Verwandeln sich bloß. Praktisch das ewige Leben. Keine Nahrung mehr, nähren sich von sich selbst.

Aber Maden müssen die ja ausbrüten, Teufel noch eins, massenhaft. Der Boden muß förmlich wimmeln davon. Da kann einen glatt der Schwindel packen.“

Joyce, James (1914): Ulysses [übersetzt von Hans Wollschläger]. Frankfurt (Suhrkamp) 1996, S. 148




3 Gedanken zu „85.2“

  1. @1: Um Tod. Ich bin noch nicht dazu gekommen, den Satz zu kommentieren – werde das auch nicht in nächster Zeit tun.

    Sie kennen das ja schon: ich stelle hier immer dann, wenn ich eine Literaturstelle finde bzw. mich an sie erinnere, die mir wichtig erscheint, ihren Text/das Zitat ins Netz – ohne Rücksicht auf Leser, die das Buch nicht haben und daher nicht wissen, worum es geht… Aber Sie haben ja Phantasie genug, um sich das dazu zu denken (offensichtlich).

Schreibe einen Kommentar