9.4 Formen der Kopplung: Es lassen sich unterschiedliche Arten der Vereinigung von Elementen/Komponenten zu einer zusammengesetzten Einheit beobachten, die sich grob als feste vs. lose Kopplung unterscheiden lassen, wobei dies als Endpunkte eines kontinuierlichen Übergangs zu verstehen sind.

Der Beispiele gibt es ja viele: der berühmte Tanker vs. die Gruppe kleiner Schnellboote; die vielen, voneinander unabhängig ihren Weg zu je eigenen Zielen findenden Autos (bzw. Fahrer) vs. die Eisenbahn, in der alle Fahrgäste in dieselbe Richtung fahren (müssen) und im Extremfall zum selben Ziel; viele autonome Einzelunternehmen vs. die Filialen eines Konzerns; Selbständige, die sich – lose gekoppelt – immer wieder neue Kunden suchen oder sich von ihnen finden lassen müssen vs. Angestellte eines Unternehmens, die Tag für Tag mit denselben – fest gekoppelt – Kollegen zusammenarbeiten müssen…

Die Unterscheidung zwischen fester und loser Kopplung wurde vom Gestaltpsychologen Fritz Heider in die Diskussion eingeführt. In seinem Artikel „Ding und Medium“, das sich mit der Frage, wie Beobachter und beobachteter Gegenstand miteinander verbunden sind, hat er eine Medientheorie (siehe unten) entwickelt, die später für soziologische Fragestellungen wichtig wurde. Zunächst übernahm Karl Weick für seine Organisationstheorie diese Konzeptualisierung, später auch Niklas Luhmann.

 

Literatur:

„Ein Beispiel: es sind drei Stäbe in der Längsrichtung verschiebbar und zwar unabhängig voneinander. Werden nun auf die drei Stäbe ungleiche Drucke ausgeübt, so wird sich der ien schneller, der andere langsamer bewegen. Diese Form der Bewegung der Stäbe ist außenbedingt. Schaffe ich aber zwischen den drei Stäben eine feste Verbindung, so bewegen sich alle drei immer in gleicher Weise, un daß sie sich in gleicher Weise bewegen, das ist innenbedingt. Es ist in diesem Falle ganz gleichgültig in welcher Weise sich der Druch auf die einzelnen Stäbe verteilt, immer bewegen sich alle drei gleich.“ (S. 116)

Heider, Fritz (1926): Ding und Medium. Symposium: Philosophische Zeitschrift für Forschung und Aussprache. Jg. 1, Heft 2, S. 109 – 157.




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