9.4.1 Feste Kopplung: Führt zur Entstehung einer länger dauernden zusammengesetzten Einheit, deren Komponenten/Elemente in ihrer Struktur (relativ) starr und/oder über die Zeit beständig sind.

Heiraten… (z.B.) schafft aufgrund gesetzlicher Regeln eine relativ (wenn auch nicht absolut) feste Bindung (=Kopplung) zwischen zwei Personen („Komponenten“). Das muss nicht mit einer festen emotionalen Bindung korrelieren. Das dürfte bei Eltern-Kind-Beziehungen anders, d.h. fester sein – was allerdings nicht heißt, dass derartige Kopplungen positiv bewertet werden müssten.

Feste Kopplung liegt auch immer dann vor, wenn man irgendwen oder -was „nicht los wird“.

Neben diesen Beispielen aus dem Bereich des sozialen Lebens sind natürlich die Beispiele aus der Mechanik auf der Hand liegend – so sehr, dass ich sie mir hier erspare. Aber auch Schlußformen sind durch feste Kopplungen charakterisiert: Wenn A, dann B…

Bei Prozessen kann die Festigkeit der Kopplung aber von großer Relevanz sein: wenn ein Prozessschritt  zwangsweise auf den anderen folgen muss – wie in Produktionsprozessen, die nur dann das gewünschte Produkt in der erforderlichen Qualität hervorbringen, oder in Verfahren („Element“) vor Gericht, die nur dann zu Urteilen führen, die revisionsfest sind. Organisationen beruhen zu einem großen Teil darauf, dass bestimmte Formen der Interaktion bzw. doppelte Interakte fest miteinander gekoppelt sind. Aber nicht nur die Elemente von Prozessen können fest gekoppelt werden, sondern auch die Teilnehmer an der Kommunikation: Paarbildung, Seilschaften, Koalitionen usw.

 

Literatur:

„Wenn Organisationen lose gekoppelt sind, dann werden relativ kleine Einheiten – wie doppelte Interakte, Dyaden und Triaden – als Orte des Verständnisses für die zentralen Vorgänge in Organisationen ungemein wichtig. Diese Elemente sind fest gekoppelt und stabil, und sie können zu Kollektivitäten zusammengebaut werden, die komplizerter sind, als daß sie irgendein Individuum verstehen könnte.“

Weick, Karl (1979): Der Prozeß des Organisierens. Frankfurt (Suhrkamp) 1985, S. 336.




2 Gedanken zu “9.4.1 Feste Kopplung: Führt zur Entstehung einer länger dauernden zusammengesetzten Einheit, deren Komponenten/Elemente in ihrer Struktur (relativ) starr und/oder über die Zeit beständig sind.”

  1. Ja, völlig richtig.
    Das versteht ja mal wieder ohnehin keine Sau.
    Alleine, mein ich, ohne Keiler …

  2. Aber erst mal, eins nach dem Anderen …

    „All psychiatrists are doctors. Their long ardous training conditions them to base their work on the medical model – namely the idea that it is the doctor’s function to examine, to diagnose, and to treat. An psychiatric examination, like any medical examination, is designed to elicit signs and symptoms and to establish the history and course of a diagnosable disease. Once a diagnosis is made, a course of treatment is prescribed, and the patient followed up to progress, or otherwise, as the case may be.“

    Anthony Stevens and John Price, Evolutionary psychiatry.
    A new beginning. Historical background, S.3
    Routledge London New York, 1997

Schreibe einen Kommentar