Formen. Zur Kopplung von Organismus, Psyche und sozialen Systemen

Fritz B. Simon

„LASCIATE OGNI SPERANZA, VOI CH‘ ENTRATE.“

[„LASST ALLE HOFFUNG FAHREN, WENN IHR HIER HEREINKOMMT.“]

Dante Alighieri: La Comedia / Die Göttliche Komödie, Bd. I: Inferno / Hölle. Stuttgart (Reclam) 2017, S. 42/43

„Platons berühmte Entdeckung betraf die »Realität« der Ideen. Gewöhnlich denken wir, daß ein Teller »real« ist. Platon stellte aber erstens fest, daß der Teller in Wahrheit nicht rund ist, und zweitens, daß sich die Welt so wahrnehmen läßt, als enthalte sie eine sehr große Anzahl von Objekten, die der »Rundheit« ähneln, sich ihr annähern oder sich darum bemühen. Deshalb behauptete er, dass die »Rundheit« ideell ist (wobei sich das Adjektiv von Idee herleitet), und daß solche ideellen Bestandteile des Universums die tatsächliche Erklärungsgrundlage für seine Formen und seine Struktur bilden. Für ihn, wie für William Blake und viele andere, war das »körperliche Universum«m das unsere Zeitungen für »real« halten, eine Art Nebenprodukt des wahrhaft Realen, nämlich der Formen und Ideen. Im Anfang war die Idee.“

Bateson, Gregory (1979): Geist und Natur. Eine notwendige Einheit. Frankfurt (Suhrkamp) 1982, S. 10 (Fußnote).

„L ü c k e n – Die Aufforderung, man solle sich der intellektuellen Redlichkeit befleißigen, läuft meist auf die Sabotage der Gedanken heraus. Ihr Sinn ist, den Schriftsteller dazu anzuhalten, alle Schritte explizit darzustellen, die ihn zu seiner Aussage geführt haben, und so jeden Leser zu befähigen, den Prozeß nachzuvollziehen und  womöglich – im akademischen Bereich – zu duplizieren. Das arbeitet nicht bloß mit der liberalen Fiktion der beliebigen, allgemeinen Kommunizierbarkeit eines jeden Gedanken und hemmt dessen sachlich angemessenen Ausdruck, sondern ist falsch auch als Prinzip der Darstellung selber. Denn der Wert eines Gedanken mißt sich an seiner Distanz von der Kontinuität des Bekannten. Er nimmt objektiv mit der Herabsetzung dieser Distanz an; je mehr er sich dem vorgegebenen Standard annähert, um so mehr schwindet seine antithetische Funktion, und nur in ihr, im offenbaren Verhältnis zu seinem Gegensatz, nicht in seinem isolierten Dasein liegt sein Anspruch begründet.“

Adorno, Theodor W. (1951): Minima Moralia. Frankfurt (Suhrkamp), S. 141f.

Das im Carl-Auer-Verlag von mir publizierte Buch „Formen“ beschäftigt sich auf einer ganz allgemeinen – d.h. formalen – Ebene mit der Frage nach den Wechselbeziehungen zwischen dem Organismus des Menschen, seiner Psyche und den sozialen Systemen, in denen er lebt bzw. an denen er sich beteiligt – genauer gesagt: den Wechselbeziehungen zwischen der Dynamik biologischer Prozesse, der individuellen Psychodynamik und den Kommunikationsmustern in gesellschaftlichen Systemen.

Das Buch besteht aus durchnummerierten Sätzen, gelegentlich ergänzt durch eine Abbildung („Figur“), die dazu dienen soll, die logischen Beziehungen der beschriebenen Unterscheidungen zu illustrieren.

Im Laufe der Zeit werde ich nicht nur die einzelnen Sätze an dieser Stelle publizieren, sondern darüberhinaus auch auch Literaturangaben hinzufügen und kommentieren.

Außerdem werde ich gegebenenfalls freie Assoziationen zu diesen verdichteten Sätzen ins Netz stellen, um das Knochengerüst, das sie darstellen, mit Fleisch zu versehen.

Die Leser/innen sind herzlich eingeladen in den Kommentaren nicht nur Diskussionsbeiträge zu liefern, sondern auch Literaturhinweise sind herzlich willkommen.

Die Struktur des Blogs wird im Moment umgebaut, so dass irgendwann alle Sätze im Netz verfügbar sind. Bis dieser Umbau fertig ist, bleibt nur der – leider etwas umständliche – Weg, die einzelnen Sätze über die Rubriken „Sätze“ oder „Sitemap“ (beides oben auf der Site)  aufzurufen, um die dort eingepflegten Ergänzung (Literaturangaben etc.) aufzurufen.

Unten werden – wenn alles funktioniert – die fünf jeweils zuletzt von mir bearbeiteten Sätze angezeigt. Außerdem verweist ein Link auf den numerisch nächsten und vorigen Satz …

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